Wie alles begann…

Wenn ich heute so zurückblicke, gibt es ein Jahr, das für mich irgendwie heraussticht.

2018

Damals hätte ich nie gedacht, dass dieses Jahr der beginn einer Reise sein würde, die mich noch viele Jahre später beschäftigt.

Ich war jung, mitten im Leben und hatte keinen Grund zu glauben, dass sich plötzlich etwas verändern würde. Ich hatte Pläne, einen guten Job, einen Partner, war unterwegs, habe gelacht und gelebt - also eigentlich war alles ganz normal. 2018 war auch das Jahr wo ich begann mich mit meinem Körper zu beschäftigen. Aufgrund dessen habe ich mich auch in diesem Jahr dazu entschieden die Kombipille, welche mir zu meinem 15 Lebensjahr verschrieben wurde, abzusetzen und ,ich nach einem hormonfreien Verhütungsmittel umzusehen.

Und dann begann sich etwas zu verändern. Ich konnte damals noch nicht richtig sagen, was eigentlich los war. Ich wusste nur: Irgendetwas stimmt nicht.

Es waren am Anfang nicht unbedingt die großen offensichtlichen Dinge. Vielmehr waren es viele kleine Veränderungen, die sich nach kurzer Zeit zu einem gefühl zusammensetzten, das ich irgendwann nicht mehr ignorieren konnte.

Ich fühlte mich anders. Mein Körper fühlte sich anders. Meine Stimmung und mein Schlaf veränderten sich. Dinge die vorher normal gewesen sind, wurden plötzlich immer schwieriger. Ich hatte schlaflose Nächte, die Gedanken kreisten 24/7 in meinem Kopf, ich hatte Angstattacken und der Alltag war für mich kaum mehr zu bewältigen.

Es war nicht immer da aber wenn es da war, war es unerträglich. Ich erinnere mich noch an einen Tag wo ich meine Mama anrief und bat sie, mich in der Arbeit abzuholen und zum Arzt zu bringen. Noch besser erinnere ich mich an den Arztbesuch - ich erklärte der Ärztin meine Situation und ging mit der Diagnose Panikattacken und einem Kärtchen mit den Kontaktdaten einer Psychologin nach Hause.

Natürlich kümmerte ich mich sofort um einen Termin bei der Psychologin. Leider war die Wartezeit aber etwas länger und ich war gezwungen mich durchzukämpfen. Ich ging zur Arbeit, versuchte zu lächeln und freundlich zu sein währenddessen zu Hause das absolute Chaos herrschte. Ich konnte kaum schlafen, die Wohnung wurde immer chaotischer, ich wurde immer depressiver und fand mich immer öfter weinend in einer Ecke. Nicht nur ich war verzweifelt, auch mein Umfeld. Ich suchte den ganzen Tag nach Ursachen und Lösungen. War es die Arbeit? War es meine Beziehung? War es meine erste Wohnung? Was hat mein Leben so durcheinander gebracht?

Ich war nie organisiert. Aber das war einfach anders.

Als ich zwei Nächte hintereinander wieder nicht geschlafen habe, verabschiedete sich in der dritten Nacht mein Kreislauf und ich fand mich am Boden liegend, mit Schmerzen auf dem Badezimmerboden wieder. Mein Partner kam sofort zur Hilfe. Am nächsten Tag beschlossen wir ins Krankenhaus zu fahren. Mit diesen Worten hätte ich im Leben nicht gerechnet. Der Oberarzt kam zu mir und meinte: “Frau Zeiler, bekommen Sie ihr Leben in den Griff!” Mit einem Rezept für ein SSRI und innerlicher Leere verließ ich an diesem Tag das Krankenhaus.

Damals dachte ich noch, dass ich irgendwann die richtige Erklärung finden würde. Einen Grund. Eine Lösung. Vielleicht eine Tablette, eine Behandlung oder irgendeine Veränderung, nach der alles wieder so wäre wie vorher. Ich wusste nicht, wie lange mich diese Suche begleiten würde. 2018 war deshalb nicht einfach nur ein jahr, in dem sich ein paar Dinge verändert haben. Es war der Anfang.

Der Anfang von Jahren voller Fragen, Medical Gaslighting, Therapien, Tabletten und Rückfällen.

Ich habe im Laufe der Jahre viele Antworten gesucht. Manche davon waren hilfreich. Andere haben nur neue Fragen aufgeworfen. ich habe ausprobiert, verworfen, gehofft, gelitten, gezweifelt und wieder von vorne angefangen.

Heute weiß ich, dass 2018 erst der Anfang einer viel größeren Geschichte war. Damals wusste ich das nicht. Damals wollte ich einfach wieder ich selbst sein. Und genau deshalb beginnt dieser Blog auch dort. Bei 2018. In dem Jahr wo ich noch keine Ahnung hatte, wohin mich dieser Weg noch führen würde.